Wie ich mein Nebengewerbe aufgebaut habe...

 

Hallo, ich bin die Silvia! Als für mich feststand, dass ich bald ein Nebengewerbe anmelden würde, war mir klar, dass ich mich darauf vorbereiten muss. Also, was habe ich gemacht?

 

Zunächst einmal habe ich meine Website umgestaltet. Das Design meiner Website war damals noch auf "Hobbyfotografin" ausgerichtet. Dies wollte ich unbedingt ändern und der Website ein professionelleres Design verpassen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen oder?

 

Außerdem musste ich mir ein schönes, ordentliches Portfolio aufbauen. Für mich war klar, dass ich überwiegend Hunde und Pferde fotografieren möchte. Also habe ich bei Instagram nach interessanten Models gesucht. Ich habe die Menschen hinter den Profilen einfach ganz freundlich angeschrieben und ihnen meine Situation erklärt: "Hallo, ich bin die Silvia! Ich bin eine Tierfotografin aus Oberhausen und auf der Suche nach tollen Models für mein Portfolio. Das Foto-Shooting ist für doch kostenlos. Hast du vielleicht Interesse?" So oder so ähnlich habe ich mich an die potenziellen Models gewandt. Und kaum jemand hat abgelehnt. Sie wussten alle, dass ich keine Profi-Fotografin bin aber zu einem kostenlosen Foto-Shooting sagt kaum jemand "nein". Es kommt vor. Aber nicht oft. Und selbst wenn, dann bedankt man sich und wünscht alles Gute für die Zukunft. Diese Werte sind mir wichtig: Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Respekt.

 

Doch abgesehen von der Model-Suche bei Instagram habe ich noch weiter überlegt, was man machen könnte um Kontakte zu knüpfen. Zukünftige potenzielle Kunden zu finden. Aber klar doch! Hundeschulen! Eine Hundeschule in Duisburg hat sich dankend zurückgemeldet. Dort konnte ich während des Trainings immer mal wieder Fotos machen.

Auch Ställe in der nähren Umgebung habe ich angeschrieben. Denn ich wollte ja auch Pferde fotografieren. Auch dieses Angebot wurde dankend angenommen und ich hatte die Möglichkeit an einem Stall gleich mehrere Pferde zu fotografieren. Wichtig ist immer, dass man darauf achtet, verschiedene Rassen und verschiedene Fellfarben zu fotografieren. Das Portfolio soll abwechslungsreich sein.

 

Mein Tipp an dieser Stelle für alle, die tierische Models suchen: Macht keinen öffentlichen Aufruf sondern schreibt die Leute direkt via persönliche Nachricht an! So könnt ihr euch eure Wunsch-Models direkt aussuchen und es besteht nicht die Gefahr, dass sich jemand meldet, der für euer Portfolio uninteressant ist. Oder macht einen gezielten Aufruf, wie zum Beispiel: "Haflinger für Foto-Shooting gesucht" oder "Dalmatiner für Foto-Shooting gesucht". Wenn ihr zu viele Nachrichten bekommt, macht daraus eine Art "Bewerbungsverfahren". Macht aber keine freien Foto-Shooting auf Anfrage! IHR entscheidet, welches Model ihr gratis fotografiert.

 

Zum Schluss habe ich noch ein Business-Coaching gebucht. Das hat mir auch sehr geholfen und jede Menge Denkanstöße gegeben. 

 

Website war nun umgebaut. Das Portfolio füllte sich. Dann kam der aufregendste Teil. Die Gewerbeanmeldung. Rückwirkend betrachtet ging das alles recht schnell. Kontaktaufnahme zum Gewerbeamt, Gewerbeanmeldung ausfüllen und auf die Rückmeldung warten. Dann kommt der Weg zum Finanzamt. Auch wieder ein Formular ausfüllen. Auf den Vorauszahlungsbescheid warten. Die Handwerkskammer darf man nicht vergessen. Wieder ein Formular ausfüllen. Wieder auf eine Rückmeldung warten.

 

Doch wer jetzt denkt, cool, ich möchte auch gerne selbstständig sein, dem möchte ich noch gerne einige Gedanken mitgeben. Es ist nicht so, dass man sein Gewerbe anmeldet und schon kommen die Aufträge ins Haus geflattert. Wenn du selbstständig bist, dann bist du nicht einfach nur selbstständig. 

 

Du bist verantwortlich für:

- Fotografie

- Buchhaltung

- Kunden-Service

- Rechnungslegung

- Marketing

- Bildbearbeitung

- Einkauf

- Datenpflege

- Kundenakquise

- Preisgestaltung

- Social Media

- Website

- Angebotserstellung

 

Und so vieles mehr!

 

Ja, es ist cool, sein eigener Chef zu sein.  Ihr könnt euer Business gestalten wie ihr wollt. Es ist euer Business! Führt es mir Herz und Leidenschaft! Nachteil ist aber: Keiner sagt euch, wann ihr Feierabend habt! Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten. Das sollte euch bewusst sein. Jede Kundenanfrage, jeder Kontakt, jede Nachricht und jeder Anruf ist Arbeitszeit! Und es kann vielleicht vorkommen, dass ihr spät abends oder sonntags vielleicht Anfragen beantworten und Rechnungen erstellen müsst. 

 

Veränderungen im Business:

 

Während ich mein Fotografie-Business aufgebaut habe, hat sich für mich herausgestellt, dass ich noch ganz andere Motive gerne fotografieren würde. Es heißt immer, man müsse sich eine "Nische" suchen. Naja, da kann man geteilter Meinung sein. Mein Schwerpunkt liegt zwar bei Hunden und Pferden. Aber ich habe gemerkt, dass ich auch Spaß daran habe Menschen zu fotografieren. Vermutlich kommt das noch aus meiner Zeit als Event-Fotografin. Aber nicht so 0/8/15 Portraits. Daran habe ich keine Spaß! Und auch nicht an Hochzeiten! Ich habe Freude an Pärchen-Foto-Shootings. Auch Sportler/Innen fotografiere ich sehr gerne. Und was mir auch sehr gut gefällt sind Ballett- bzw. Tanz-Fotos. Der Vorteil ist, dass die Models alleine posen können. Der Nachteil ist, dass ich nicht auswerten kann, das ein gutes oder schlechtes Foto ist. Also, aus fotografischer Sicht natürlich schon. Ich meine eher die Pose. Die Tanz-Technik. Aber dabei helfen mir meine Models und irgendwann werde ich einen Blick dafür entwickeln. 

 

Ja, ihr dürft euch innerhalb eures Business weiterentwickeln. Neue Ideen sammeln. Was neues ausprobieren. Aber nicht zu oft und nicht zu schnell hintereinander. Ein Business aufzubauen benötigt Zeit. 

 

Im nächsten Beitrag: Warum ich mich für natürliche Fotografie entschieden habe. Hier lesen.

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Publikationen, Veröffentlichungen, Referenzen:

 

- Sitz Platz Fuß Ausgabe 38 (Januar-Februar-März 2020)

- Der Hund (Ausgabe 7/2020)

- Hundeschule-Positiv

- Klümpen Rosen